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Foto: Kaffeefrom

Coffee to stay: Julian Lechner macht Tassen aus Kaffeesatz

Maria Kufeld

Vor dem Kaffee ist nach dem Kaffee: Der Berliner Produktdesigner Julian Lechner produziert mit seiner Firma Kaffeeform Becher und Tassen – aus Kaffeesatz! Und er will mit seinem Zero-Waste-Ansatz in Zukunft noch weitergehen.

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Foto: Kaffeeform

Jede*r Deutsche trinkt im Durchschnitt 3,5 Tassen Kaffee am Tag. Und das Kaffeepulver? Landet danach im Müll. Bei Julian Lechner nicht mehr. Er fragte sich, welches Potential in dem vermeintlichen Abfall steckt und wie man diese Mengen wiederverwerten könnte, indem man die Ressource Kaffee in einen Kreislauf zurückbringt.

Jede*r Deutsche trinkt im Durchschnitt 3,5 Tassen Kaffee am Tag. Und das Kaffeepulver? Landet danach im Müll. Bei Julian Lechner nicht mehr. Er fragte sich, welches Potential in dem vermeintlichen Abfall steckt und wie man diese Mengen wiederverwerten könnte, indem man die Ressource Kaffee in einen Kreislauf zurückbringt.
 
Dafür musste der Berliner allerdings erst einmal nach Italien – ins Land des Espresso. Das Studium an der Designfakultät der FU Bozen war am Ende schuld daran. „Da war ich vier Jahre, habe viel mit Materialien gearbeitet und sehr viel Kaffee getrunken.“ Warum also nicht das Produktdesign mit dem Kaffeepulver kombinieren?

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Foto: Kaffeeform

Kaffee aus Kaffee trinken

An der Uni beschäftigte sich Julian intensiv mit nachhaltigem Konsum, neuen Trends und Produkten für die Zukunft. „Kaffee fand ich für eine neue Materialität einen echt spannenden Grundstoff.“ Noch während seines Studiums experimentierte er damit herum, baute erste Modelle, befasste sich mit Biochemie und Verfahrenstechnik, veränderte die Zusammensetzung. Bis nach fünf Jahren das fertige Produkt vor ihm stand. Eine kleine Espressotasse – aus gemahlenem, aufgebrühtem und wieder aufbereitetem Kaffeepulver.
 
„Man trinkt Kaffee aus Kaffee“, lacht er. Das sei sein Ansatz gewesen. „Die Tasse ist dafür der perfekte Transporteur. So verstehen es die Menschen sofort und können sich das vorstellen.“ So gut, dass sich Julian 2015 mit seiner Idee Kaffeeform selbstständig machte. Noch ohne großes Business-Know-how, dafür mit jeder Menge Enthusiasmus. Der Plan ging direkt auf, berichtet er: „Kaffeeform war und ist ein großer Selbstläufer.“ Tatsächlich: Die Tassen und Becher aus Kaffee sieht man immer häufiger in Cafés der Stadt – oder auf der Straße mit ihren Besitzer*innen herum laufen.

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Foto: Kaffeeform

Heute arbeiten fünf Leute fest für Julians Firma in Berlin. Die Produktion findet komplett in Deutschland statt. Und wie kommt Kaffeeform an sein tägliches Pulver? „Das war tatsächlich eine logistische Herausforderung“, sagt der 35-Jährige. „Inzwischen arbeiten wir mit vielen Cafés und Co-Working-Spaces in Berlin zusammen, die uns den Kaffee morgens gratis bereitstellen.“ Er wird mit Lastenfahrrädern abgeholt und in eine Trocknungsanlage nach Kreuzberg gebracht.

MADE IN GERMANY

Das getrocknete Kaffeepulver kommt dann in Partnerbetriebe nach Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland. „Der lose Kaffee wird dort mit pflanzlichem Kleber und recyceltem Buchenholz vermengt“, erklärt Julian. Um schließlich unter Hitze und Druck in jede x-beliebige Form und Größe gepresst zu werden. Für Kaffeeform sprechen wir da aktuell serienmäßig von Espresso- und Kaffeetassen. Neu im Sortiment – doch schon jetzt ein Bestseller – ist der To-go-Becher mit Deckel. Der Weducer hält nicht nur Kaffee warm, sondern transportiert auch Granola und Joghurt auslaufsicher. Außerdem kann er auf Wunsch personalisiert und mit einem individuellen Buchstaben oder Schriftzug verziert werden.

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Foto: Redaktion

Bei Bechern und Tassen soll aber lange noch nicht Schluss sein. Für die Zukunft schwebt Julian eine breite Produktpalette vor. Ein cooler Prototyp eines Skateboards wurde zum Beispiel schon produziert. Denn der aufbereitete Kaffee hat einige unschlagbare Vorteile: Er wiegt wenig, ist robust und bruchsicher. „Außerdem mag ich, dass die Sachen einen leichten Kaffeeduft verströmen“, sagt Julian. Das stimmt: Schnuppert man an einem soeben erstandenen Becher von Kaffeeform, dann riecht es angenehm nach Kaffee – das kann kein Porzellan und der Wegwerf-Pappbecher schon gar nicht. Und auch nach vielen Gängen im Geschirrspüler verfliegt der Duft nicht.

Sogar Skateboards aus Kaffeesatz baut Lechner

Fans von Nachhaltigkeit holen die Produkte sowieso ab. Denn nicht nur die Rohstoffe sind alle organisch gewachsen, auch das Design sei bewusst zeitlos entworfen. „Das Material macht die Show“, erklärt es Julian. Aus dem Grund bleibt er der dunkelbraunen Farbe treu; er gewann 2018 damit sogar red dot Award in der Kategorie: „Material“.

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Foto: Kaffeeform 

Heute verwenden bereits 40 Cafés die Tassen. Über 350 Händler verkaufen die langlebigen Produkte von Kaffeeform europaweit, die mit Preisen zwischen 14,90 und 22,90 Euro bezahlbar bleiben – und einen beispielhaften Beitrag für eine plastikfreie Zukunft leisten. Damit die unglaubliche Zahl von 2,8 Milliarden Einweg-To-Go-Bechern, die jährlich in Deutschland weggeworfen werden, hoffentlich bald Geschichte ist. 

Mehr Infos: www.kaffeeform.com

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