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Foto Seven Shooter - Unsplash

Diese 7 Bücher solltet ihr unbedingt lesen

Wir schmökern uns durch den Winter

Magda Birkmann

Die kalte Jahreszeit ist prädestiniert dafür, Zeit zu Hause zu verbringen. Draußen brrrr, drinnen hmmmm. Wir haben sieben Büchertipps für euch, mit denen die Zeit bis zum Frühling wie im Fluge vergeht. Zwischen Alltäglichem, spannenden Krimis, Liebesgeschichten, epischen Ausflügen und Lyrik, die uns viel über uns selber erzählt.

1. Elif Batuman – Die Idiotin
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Foto: Fischer Verlag

Home-Office und Online-Vorlesungen prägen aktuell den Alltag zahlreicher Studierender auf der ganzen Welt. Auch das Unileben der jungen Protagonistin in Elif Batumans Campusroman „Die Idiotin“ wird maßgeblich vom Internet beeinflusst – allerdings nicht von Zoom, Twitter, TikTok und Co. Wir befinden uns nämlich im Jahr 1995, das Internet steckt noch in den Kinderschuhen und die frischgebackene Harvard-Studentin Selin verbringt ihre Nächte damit, lange E-Mails mit dem ungarischen Mathematikstudenten Ivan auszutauschen. Wenn sie nicht gerade über Ivans geheimnisvolle Nachrichten sinniert, lernt Selin Russisch, bereist mit einer Freundin Paris oder verbringt ihre Sommerferien damit, den Kindern in einem kleinen ungarischen Dorf Englischunterricht zu erteilen. Geistreich und voller wunderbar trockenem Humor erzählt Batuman vom Erwachsenwerden, der ersten Liebe und davon, was es bedeutet, seinen Platz in der Welt zu suchen und schließlich zu finden.

2. Oyinkan Braithwaite – Meine Schwester, die Serienmörderin
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Foto: Blumenbar

Wer sagt eigentlich, dass Mord kein aufmunterndes Thema sein kann? Vor allem, wenn er in einer so rasanten und bissigen Krimikomödie wie von der nigerianischen Autorin Oyinkan Braithwaite daherkommt! Die beiden Schwestern Ayoola und Korede könnten unterschiedlicher nicht sein. Ayoola, schön und beliebt, ist eine erfolgreiche Instagram-Influencerin, die jeden Mann um ihren kleinen Finger wickelt. Korede dagegen, die brave, unscheinbare, eher praktisch veranlagte Krankenschwester, steht stets im Schatten von Ayoola – und muss im Zweifelsfall das Chaos beseitigen, das diese regelmäßig verursacht. Besonders geübt ist Korede inzwischen im Aufwischen von Blut und in der Beseitigung von Leichen, denn Ayoolas Liebhaber haben die unangenehme Angewohnheit, sehr plötzlich und unter mysteriösen Umständen zu sterben. Aber Blut ist dicker als Wasser, und deshalb rettet Korede ihrer Schwester ein ums andere Mal den Kragen. Bis sich Tade, der hübsche Arzt aus Koredes Krankenhaus, auf den sie schon lange ein Auge geworfen hat, ausgerechnet in Ayoola verguckt und Koredes schwesterliche Loyalität auf eine harte Probe gestellt wird. Wenige Krimis verleiten so zu boshaftem Kichern bei der Lektüre wie dieser!

3. Ottessa Moshfegh – Mein Jahr der Ruhe und Entspannung
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Foto: btb / Randomhouse

Während wir gerade am Winter-Blues leiden und auf wärmere Tage warten, an denen wir endlich unsere Wohnungen wieder verlassen können, träumt die junge Protagonistin in Ottessa Moshfeghs bissig-ironischem Roman ganz im Gegenteil davon, endlich einen richtigen „Winterschlaf“ zu halten und ihrem privilegierten New Yorker Leben zu entfliehen, von dem sie sich gänzlich unerfüllt fühlt. Deshalb lässt sie sich von ihrer dubiosen Psychiaterin einen ganzen Cocktail an Beruhigungsmitteln und anderen Medikamenten verschreiben, der ihre Wachzustände auf ein Minimum beschränken soll – und ihr Plan scheint zunächst aufzugehen. Bald jedoch bemerkt sie in einem raren wachen Moment, dass ihr schlafendes Ich ein Eigenleben entwickelt zu haben scheint, denn sie findet kuriose Kreditkartenabrechnungen, Take-Out-Reste und Chat-Verläufe mit fremden Männern, an die sie keinerlei Erinnerung hat. Ein Abbruch ihres Experiments kommt für sie allerdings auch nicht in Frage, deshalb verhandelt sie schließlich einen waghalsigen Deal mit einem bekannten Performance-Künstler. Es gibt nicht viele Romane, in denen so wenig passiert (schließlich wird hier die meiste Zeit geschlafen) und die trotzdem so eine unglaubliche Sogwirkung auf ihrer Leser*innen entwickeln wie dieses zynische Meisterwerk von Ottessa Moshfegh.

4. Joshua Groß – Flexen in Miami
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Foto: Matthes & Seitz

Auch der Held in Joshua Groß‘ Roman „Flexen in Miami“ verlässt sein kleines Apartment in Miami kaum mehr. Er verbringt den Großteil seiner Tage in der virtuellen Welt des Computerspiels Cloud Control, während er von der mysteriösen Rhoxus Foundation per Drohne mit Bargeld und Astronautennahrung versorgt wird. Im Gegenzug wird er von der Firma rund um die Uhr überwacht und gleitet dabei langsam immer mehr in einen Zustand der Paranoia und geistigen Umnachtung ab. Auch seine beginnende Romanze mit der Meeresbiologin Charlotte gestaltet sich schwierig, denn bald nach dem Kennenlernen verkündet Charlotte, dass sie schwanger sei – ob er selbst der Vater ist oder doch eher der aufgedrehte Rapper Jellyfish P, bleibt dabei zunächst unklar. Das hindert die beiden potenziellen Väter aber keineswegs daran, sich gemeinsam auf eine abenteuerliche Mission zu begeben, um den seltsamen Glitches auf die Spur zu kommen, die nicht nur vermehrt in Cloud Control auftreten, sondern langsam auch in die reale Welt überzuschwappen scheinen. Ein spannender Zukunftsroman, in dem die Grenzen zwischen dem virtuellen Raum und der Realität immer mehr verschwimmen!

5. Ingvild Lothe – Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin?
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 Foto: Nord Verlag

Muss es immer ein Roman sein? Warum an grauen Wintertagen nicht auch mal wieder ein paar Gedichte lesen? Was junge Lyriker*innen derzeit auf den Markt bringen, ist weit entfernt von den verstaubten, komplizierten Texten, mit denen man uns zu Schulzeiten gequält hat! Die norwegische Dichterin Ingvild Lothe beschäftigt sich beispielsweise mit viel Humor und einer gehörigen Portion jugendlicher Melancholie mit all den Herausforderungen des Jungseins, denen auch wir uns immer wieder stellen mussten und müssen – seien es Beziehungen, der Umgang mit dem eigenen Körper oder der Druck, sich an eine moderne Gesellschaft anzupassen, der wir uns nicht immer voll zugehörig fühlen. Das liest sich manchmal schmerzhaft, meistens witzig und immer absolut authentisch und nahbar, so dass sich viele in diesen flüchtigen Momentaufnahmen und Bemerkungen wiederfinden dürften. Perfekte Lektürehäppchen für zwischendurch, bei denen sich Lachen und (Mit-)Weinen immer die Balance halten!

6. Candice Carty-Williams – Queenie
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Foto: Blumenbar

Der Roman von Candice Carty-Williams über die junge Schwarze Londonerin Queenie, die nach einer Trennung in eine bedenkliche Spirale aus unverbindlichem Sex und Selbstsabotage gerät, bevor sie mit Hilfe ihrer Familie und ihrer besten Freundinnen langsam wieder zu sich selbst zurückfindet, wurde vielfach mit „Bridget Jones“ verglichen. Der Vergleich trifft insofern zu, dass auch „Queenie“ aus der Sicht einer sehr sympathischen, authentischen, selbstironischen Ich-Erzählerin geschildert wird. Der Roman ist aber so viel mehr als nur eine seichte romantische Komödie, denn es geht darin vor allem auch um ernste Themen wie Rassismus, vererbte Traumata und Mental Health. Wo da der Schmökerfaktor bleibt? Keine Sorge, Carty-Williams schafft es problemlos, ihren Roman nie zu düster und bedrückend werden zu lassen, es gibt immer auch wahnsinnig viel zu Schmunzeln und Mitzufiebern bei diesem Buch, und seine wichtigste Message ist eine, die wir alle gut gebrauchen können: wahre Freundschaft lässt jedes noch so große Problem gleich ein bisschen weniger unlösbar erscheinen!

7. Giulia Becker – Das Leben ist eins der Härtesten
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Foto: Rowohlt

Giulia Becker und ihr Humor dürften vielen durch ihre Arbeit beim Neo Magazin Royal und ihren Podcast bereits bekannt sein, ihre Fans überrascht es daher vermutlich wenig, dass auch ihr Debütroman vor witzigen Figuren und skurrilen Situationen nur so strotzt. Vier ganz normale, mitten aus dem Leben gegriffene Menschen aus der Kleinstadt, die alle vor unterschiedlichen kleineren und größeren Problemen davonlaufen wollen, begeben sich gemeinsam auf einen Roadtrip ins ostdeutsche Badeparadies Tropical Islands und lassen dabei kaum eine Eskapade aus. Beckers wahnsinnig liebevoll gezeichnete Figuren bringen uns auf dieser aberwitzigen Reise nicht nur ununterbrochen zum Lachen, sondern führen uns auch behutsam und ohne moralisch erhobenen Zeigefinger unsere eigenen Vorurteile gegenüber Kleinstadtmilieus und Teleshopping-Lifestyles vor Augen. Bessere literarische Reisegefährten kann man sich nicht wünschen!

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Unser milder Whiskey wird seit über 140 Jahren hergestellt. Eben seit unser Geschäftsgründer, M.W. Heron, 1874 den „Grand Ole´Drink of the South“ kreierte. Schon damals pflegte er gern „keiner so echt wie meiner” zu sagen. Genau das trifft auch heute noch zu, wenn sich Whiskey-Liebhaber weltweit für den unverwechselbar mild-würzigen Geschmack entscheiden. 

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