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Photo by Jean-Pierre Rosenkranz

On The Rocks –  Musik die bewegt: Heute: Christine Ott

Filmische Kompositionen, fast vergessene Instrumente. Christine Ott hat mit “Time To Die” eines der interessantesten Alben der ersten Jahreshälfte veröffentlicht.

Leonie Brooks

Die französische Komponistin und Musikerin Christine Ott wurde 1963 geboren und steht wie kaum eine andere Künstlerin für ein ganz besonderes wie heute im Mainstream unbekanntes Instrument: das Ondes Martenot. Das Ondes Martenot wurde von Maurice Martenot erfunden. Ähnlich wie das Theremin funktioniert die Klangerzeugung durch das Konzept des Schwebesummers, und zu Beginn der elektronischen Musik im 20. 

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Photo by Jean-Pierre Rosenkranz

Jahrhundert war das Ondes Martenot eines der populärsten Instrumente der Zeit und wurde von Komponisten wie Edgar Varèse, Olivier Messiaen und Arthur Honegger eingesetzt. Aber auch in Filmproduktionen kam der singende futuristische Sound oft zum Einsatz. 1968 wurde die Serienproduktion eingestellt.

Christine Ott war über viele Jahre Teil der Band von Yann Tiersen („Good Bye, Lenin!“, „Die fabelhafte Welt der Amelie“). Sie spielte mit Radiohead und Tindersticks zusammen und ihre Arbeit inspirierte Johnny Greenwood von Radiohead, der heute ebenfalls das Ondes Martenot spielt und als das Genie hinter den magischen Sound-Welten der englischen Band gilt.
„Time To Die“ erscheint auf dem Label Gizeh Records und ist das vierte Solo-Album der Künstlerin. In den vergangenen Jahren arbeitete Ott an diversen Soundtracks. „Time To Die“ – Produktionszeit: sieben Jahre – ist vielleicht ihre persönlichste und schönste Arbeit geworden.

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Photo by Gizeh Records

Christine Ott spielt unterschiedlichste Instrumente. Neben dem Ondes Martenot mit seinen elektrischen Glissandi und Vibrati, kommen Harfe, Klavier, Synthesizer, Timpani, Röhrenglocken, Vibraphon und Perkussionsinstrumente dazu. Nicht zu vergessen ihre Stimme, die subtil aber immer transzendent über allem schwebt.

Die acht Stücke funktionieren wie ein musikalisches Fresko – mit Einflüssen aus der Elektroakustik und zeitgenössischen Klassik. Das Album ist aber weniger verkopfte Experimentalmusik als viel mehr eine immersive, gefühlvolle Reise, die sich mit dem Leben, der Menschheit und der Metaphysik auseinandersetzt. Christine Ott selber sagt, dass sie ihre Musik visuell denkt. Filmisch und impressionistisch funktionieren ihre Kompositionen. 

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Photo by Jean-Pierre Rosenkranz

Man assoziiert Farben und träumerische Filme, die sich im Inneren der Hörenden abspielen. Es geht auch darum, dass Musik – anders als der Albumtitel es vielleicht vermuten lässt – immer lebt und niemals stirbt. Es ist eine intime Liebeserklärung an die Größe und Universalität der Musik. Aber auch ein Plädoyer für unorthodoxe und experimentelle Instrumentierungen. Dass Christine Ott dies wie kaum eine andere beherrscht, beweist diese eindringliche Reise mit 45 Minuten Spiellänge. Eine tiefe, fast kathartische Reise, die Hoffnung schenkt. 

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Photo by Jean-Pierre Rosenkranz

Virtuos, harmonisch und emotional. Ein großartiges Album, das in diese Zeit sehr gut passt, nicht nur weil der Glauben an ein besseres Morgen in den Zwischentönen singt, sondern auch weil es einfach sehr gute Musik ist und für neue und mutige Klangwelten steht. 

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