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On The Rocks – Musik die bewegt: Heute: Clairo

Vom Internet-Teenie-Star zur großen Singer-Songwriterin der Gen Z. Clairo hat mit ihrem neuen Album „Sling“ etwas Großes geschaffen. 

Jana Winter

Claire Elizabeth Cottrill wurde 1998 geboren und veröffentlicht Musik, seit sie 13 ist. Obwohl in Atlanta geboren, wuchs sie in Carlisle, Massachusetts auf, und begann früh Kurzfilme zu drehen, DJ-Mixe zu produzieren (aka DJ Baby Benz) oder Songs auf Bandcamp zu releasen. 2017 gelang ihr erster internationaler Erfolg mit dem Song „Pretty Girl“, der auf YouTube viral ging. Heute hat er über 75 Mio. Views. In der weltweit vernetzten Vaporwave-Szene erlangte der Track ebenfalls viel Aufmerksamkeit. 

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Image courtesy of Fader  Label and  Universal Music 

Clairos Produktionsmittel waren simpel und aussagestark, was in der LoFi- und Bedroom-Pop-Szene zum Rolemodel taugte und für Popularität vor allem unter jungen Leuten sorgte. Mit so einem Viral-Hit im Rücken lernte Clairo aber auch schnell die Schattenseiten des Ruhms kennen. Unzählige Hater im Internet, Belästigungen oder auch Vorwürfe, ihr Vater (ein recht erfolgreicher Manager) hätte ihre Karriere erst ermöglicht und das bei einer Künstlerin, die wie gesagt mit 13 schon anfing Musik zu produzieren.  Nicht nur in der Unterhaltungswelt, auch im Leistungssport heißt es oft, dass besonders große Talente ihre Kindheit und Jugend überspringen, beziehungsweise nicht ausleben können. 

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Claire Cottrill on Instagram_ “@adriannieto__”

Dass Clairo ein großes Talent hat, bewies sie mit ihrem Debütalbum „Immunity“, das 2019 erschien. Nun ist mit „Sling“ ihr zweites Album erschienen. War „Immunity“ schon ein tolles Pop-Album mit catchy Indie-Gitarren, Trap-Elementen und smarten Bedroom-Arrangements, ist „Sling“ ein unglaublich reifes und durchdachtes Album geworden. Clairo spielt plötzlich in der Liga einer Stevie Nicks und Joni Mitchell, Fiona Apple oder Phoebe Bridgers. Die Songs sind reduziert, pointiert komponiert, aber klassisch und teils üppig arrangiert. Es gibt viele professionelle Musiker*innen, die doppelt so alt sind und diese Songwriter-Qualitäten bei weitem nicht mitbringen. 

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Clairo hat sich in den vergangenen Jahren viel mit Musik aus den 1970ern auseinander gesetzt und das hört man den Produktionen auf „Sling“ an. Die kunstvollen Songs und Orchestrierungen eines Burt Bacharach, das Genie eines Stevie Wonder oder die epischen Alben von Bands wie Fleetwood Mac. Vielleicht sind rückblickend die 70er das größte Pop-Jahrzehnt aller Zeiten gewesen. Clairo hat diese Dekade intensiv aufgesogen und unzählige Inspirationen gesammelt, und während Gleichaltrige ihrer Generation Z sich an Boybands Anfang des Jahrhunderts abarbeiten, nimmt sich Cottrill die ehrwürdigen Eisen der Popgeschichte vor. 

Ein Großteil ihrer zwölf Songs wurden am Klavier komponiert. Produziert wurden die Aufnahmen von Jack Antonoff, der bereits fünf Grammys gewonnen hat und zuvor mit Taylor Swift, Lorde oder auch Lana Del Rey arbeitete. Bei den Aufnahmen wird ein weiterer wichtiger Einfluss von Clairo deutlich: Elliott Smith (1969-2003). Ganz wie Smith arbeitet Clairo mit Overdubs ihrer Stimmen, schichtet sie fein übereinander, um einen ganz besonderen Sog zu schaffen.

„Sling“ ist für die Künstlerin ein wichtiger Emanzipationsschlag und der mögliche Start einer Weltkarriere. Aber auch für die Musikwelt ist es ein großes Geschenk, in der er es ja immer wieder kulturpessimistisch heißt, die Jugend würde nur verblöden oder nichts Gescheites im Sinn haben. Wer das weiterhin glauben will, möge „Sling“ bitte nicht hören. Für Fans von aufrichtiger und großartiger Musik, wird dies aber ein Highlight sein. 

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