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 Photo credit Mr.Lamembika 

ON THE ROCKS – MUSIK DIE BEWEGT. HEUTE: NALA SINEPHRO

Mit ihrem Debütalbum „Space 1.8“ revolutioniert die junge Musikerin den Jazz in seiner Gänze. Gen Z? Gen everything!

Thaddeus Herrmann

Nala Sinephro ist gerade mal 22 Jahre alt. Und legt mit „Space 1.8“ ein Album vor, das Tradition und Zukunft gleichermaßen bedient, einordnet und in Frage stellt. Die junge Frau mit Wurzeln in der Karibik und Belgien ist eine echte Internationalistin, oder besser gesagt: Globalistin.
 
Jazz ist ja mitunter ein Genre, dem viele Menschen eher skeptisch gegenüber stehen. Mal musikalisch zu komplex, dann wieder zu „frei“ – also in den Strukturen zu weit ab von dem, was wir alle von Popmusik gewöhnt sind. Größtes Verständnis dafür! Doch wie bei aller anderen Musik, die jenseits des Mainstreams um Aufmerksamkeit buhlt, finden sich genau in dieser Nische die größten Entdeckungen – und Sinephro gehört dazu.

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image courtesy of Warp Records

Für die Komponistin ist die Basis ihrer Arbeit zunächst die Elektronik. Sie selbst spielt Synthesizer und Pedalharfe. Diese Mischung ist per se schon skurril genug: Doch ihre eigenwilligen Kompositionen weckten schon bald das Interesse der britischen Jazz-Szene – auf dieser Basis ließ es sich gut improvisieren. So entstand – wie sich auf dem Album hören lässt – eine packende Mischung zwischen Zurückhaltung und fulminanter Experimentierfreudigkeit, die niemals weh tut oder die Ohren bluten lässt.
 
Versteht sich, immerhin sind wir hier auf dieser Plattform auf der Suche nach neuen Aspekten der Smoothness. Mit ihren „Partners in crime“ James Mollison, Shirley Tetteh, Nubya Garcia, Eddie Hick, Dwayne Kilvington, Jake Long, Lyle Barton, Rudi Creswick, Twm Dylan und Wayne Francis hat Nala Sinephro ein wundervolles Album geschrieben. Eines, das sowohl zeitgemäß wie Genre-typisch kantig ist, gleichzeitig aber auch die ganz große Geste repräsentiert, mit der wir alle – Jazz-affin oder nicht – die Faszination des Zusammenspiels unterschiedlichster Instrumente erfahren und kennenlernen können und dürfen. Die Stille im Auge des Taifuns ist und bleibt faszinierend.

Wie die Musik von Frau Sinephro klingt, ist tatsächlich gar nicht so einfach zu beschreiben, doch schon der Einstieg mit dem Track „Space 1“ setzt den Ton in Sachen Ruhe und Besonnenheit. Auch wer noch nie etwas für Jazz empfunden hat und sich aktualitätsbezogen eher in elektronischen Gefilden wohl fühlt, plumpst hier sofort auf eine saftig grüne Wiese – und will nie wieder aufstehen: einfach nur träumen! Die Synths von Sinephro bauen ein Bett aus sanften Flächen, auf denen ihre Harfe unbeschwert zu tänzeln beginnt. Um im Sprachjargon der Elektronik zu bleiben: In nullkommanix entwickelt sich eine Deepness, die so packend wie verführerisch ist. Sinephro sucht auf ihrem Album nicht den großen „Bang“, verliert sich nicht in kratzbürstigen Attitüden, sondern pflegt vielmehr die Haltung und Stimmung des Schummrigen. Zwischen Saxophone, Rhodes, Gitarre und ihren eigenen Instrumenten ist „Space 1.8“ ein Album, das großen Abenden in traditionellen Bars einen neuen, futuristischen Stempel aufdrückt.

Nala Sinephro „Space 1.8“ bei Spotify und Apple Music.

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