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Langsame Musik – große Gefühle Diese 10 Songs helfen dir durch den Winter

Der Winter ist da – die dunkle Jahreszeit hat uns im Griff. Wir brauchen Ablenkung, Hoffnung und Sonne! Ganz egal wie.

Thaddeus Herrmann

Statt einer Playlist mit fröhlichen Liedern (das können nun wirklich alle) präsentieren wir zehn Songs, zu denen man sich perfekt einkuscheln und neue Kraft tanken kann. Langsam, ruhig, melancholisch, still: Diese Balladen sind echte Burner. Für neue Perspektiven, neue – mitunter alte – Musik und einem neuen Vertrauen für das ebenso neue Jahr. Alles. Wird. Gut.

1. Massive Attack – Better Things

(1994)

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Massive Attack, das Kollektiv aus Bristol, gelten als die Könige des TripHop. Das ist natürlich Quatsch. Erstens, weil es dieses Genre niemals gab, und zweitens, weil die musikalischen Köpfe Robert del Naja, Andrew Vowels und Grant Marshall geniale Songwriter und Sound-Tüftler sind, die die urbane Subkultur in glitzerndes Songwriting transformieren – bis heute. 1994 veröffentlichten sie ihr zweites Album: „Protection“. Mit dabei: Tracey Thorn, die Sängerin von Everything But The Girl. Eine britische Gesangs-Ikone. Zwischen tiefen Bässen, die jeden Kopfhörer explodieren lassen, und klugem Sampling ist „Better Things“ nicht nur ein unglaublich toller, sondern ein nicht minder cleverer Song, der mit Jahrzehnten globaler Popkultur spielerisch um- und dabei wahnsinnig unter die Haut geht. Wem das alles zu offensichtlich ist (kaum vorstellbar, aber okay!), denen empfehlen wir die reduzierte, instrumentale Version des deutschen Techno-Urgesteins Wolfgang Voigt, die – keine Sorge – ganz ohne treibende Bassdrum auskommt. Im Gegenteil.

2. Nick Drake – Way To Blue

(1969)

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Nur drei LPs hat der Brite Nick Drake veröffentlicht. „Five Leaves Left“, worauf sich dieser Song hier findet, war sein Debüt und gilt heute als eines der einflussreichsten Singer/Songwriter-Alben der Musikgeschichte. Zurecht! Die zehn Songs glänzen zeitlos und nachhaltig. Zu Lebzeiten war ihm kein großer Erfolg vergönnt. Erst nach seinem viel zu frühen Tod 1974 erkoren Popstars sein Werk zu einem großen Einfluss: Robert Smith, der Sänger von The Cure zum Beispiel, oder auch David Sylvian. Nick Drake erinnert man am besten als jungen Mann mit Gitarre. Auch wenn in seinen Liedern immer eine gewisse Melancholie mitschwingt, sind sie doch ganz unterschiedlich gestrickt. „Way To Blue“ treibt die stille Aufgewühltheit des Liebesliedes jedoch auf die emotionale Spitze. Lyrics voller Sehnsucht und Streicher voller Tiefe.

3. Frank Sinatra – What A Funny Girl (You Used To Be) 

(1970)

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Die beste LP von Frank Sinatra? Diese Diskussion stoßen wir lieber gar nicht erst an. Der Sänger – pardon – Crooner hat über die Jahrzehnte dafür einfach zu viel ausprobiert. Hängengeblieben sind die Hits und Evergreens, in Vergessenheit gerieten die Experimente, die aus heutiger Perspektive eher ungewöhnlichen Songs. Gleich zehn davon nahm der Ausnahmesänger 1970 auf, für das Konzeptalbum „Watertown“. Der Legende nach war er mit der Platte überhaupt nicht zufrieden. Aus einer Klischee-behafteten Sicht auf den Künstler überrascht das nicht. Für Kenner*innen zählt diese LP aber zu seinen besten überhaupt. Auch alle, die Sinatra immer als schmalzig – zu schmalzig – abgetan haben, sollten sich nicht abschrecken lassen. „Watertown“ ist eine wundervolle LP über Liebe, Schmerz, Trennung und Hoffnung. Den Song, den wir hier ausgewählt haben, steht stellvertretend für alle anderen. Wann kann man so etwas schon mal sagen?

4. This Mortal Coil – Song To The Siren 

(1984)

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Das Tolle für Musiker*innen, die bei einem Label unter Vertrag sind, ist es ja, wenn man sich auch untereinander versteht, austauscht und miteinander arbeitet. Beim britischen Label 4AD wurde diese Idee in den 1980er-Jahren groß geschrieben. 1984 erschien das erste Album von This Mortal Coil, einem All-Star-Projekt der Bands, die damals in London unter Vertrag waren. Das alles ist nicht sonderlich wichtig. Viel wichtiger: Mit ihrer Version von „Song To The Siren“ – einem Lied des unnachahmlichen Songwriters Tim Buckley von 1970 – schufen Elizabeth Frazer und Robin Guthrie eine intensive Cover-Version dieses Klassikers. Frazer und Guthrie waren damals Teil der Band The Cocteau Twins, einer Ikone der britischen Indie-Kultur. Drei Minuten und 30 Sekunden pure Magie. Wie aus einer anderen und, ja, besseren Welt. Wer es noch direkter und intimer möchte: In einer englischen TV-Show wurde der Song live gespielt – ohne Studio und doppelten Boden.

5. John Cale – Hallelujah

(1992)

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„Hallelujah“ ist einer der vielleicht ikonischsten Songs überhaupt. Geschrieben von Leonard Cohen – selbst eine Pop-Ikone –, erntete das Lied zunächst wenig Erfolg. Erst als eine andere Ikone damit begann, den Song live zu spielen, begann sein Siegeszug. John Cale, Mitglied von The Velvet Underground und Intimus von Andy Warhol, legte allein und auf sich zurückgeworfen am Piano mehr Gefühl in seiner Interpretation als der Autor selbst. Klar: Das ist immer Geschmackssache, wir stehen aber zu unserer These. Nachhören kann man das auf seinem Live-Album „Fragments Of A Rainy Season“ von 1992 (ohnehin eine Empfehlung). Seitdem ist das Lied der Klassiker für den Abspann vieler TV-Serien (erinnert sich jemand an „The West Wing“ mit Martin Sheen als US-Präsident und die Szene in der Kathedrale?). Bleiben wir in der Gegenwart: Vor wenigen Jahren drehte John Cale ein Video zu seiner Version. Eine ebensolche Empfehlung. Starke, wenn auch vielleicht leicht verstörende Bilder. Aber John Cale ist und bleibt eben ein streitbarer Künstler.

6. Lisa Gerrard – Sanvean 

(1995)

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Es gibt in der Popmusik zahlreiche außergewöhnliche Stimmen – und dann gibt es noch Lisa Gerrard. Bekannt wurde die Australierin in den 1980er-Jahren als Sängerin von Dead Can Dance. Die Band gilt bis heute als Vorzeigeprojekt der damaligen New-Wave-Szene. Ihr ikonischer Gesangsstil, ein Mix aus keltischer Tradition, fast mittelalterlich anmutenden Referenzen und einem Stimmumfang von über drei Oktaven machten sie zum Star. Und für ihren Soundtrack von „Gladiator“ erhielt sie im Jahr 2000 einen Golden Globe. Neben ihrer Arbeit mit Dead Can Dance hat sie auch zahlreiche Solo-Alben veröffentlicht. Auf „The Mirror Pool“ von 1995 findet sich ihr vielleicht bester Song: „Sanvean“. Üppige Streicher und ihr elegischer Gesang vereinen sich zu etwas, das fast schon einer körperlichen Erfahrung gleichkommt.

7. Tindersticks – Tiny Tears 

(1995)

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Stuart Staples und seine Band Tindersticks sind seit 1991 aktiv. Fragile Persönlichkeiten, um die man sich, so man sie denn in ihren frühen Jahren live auf der Bühne sah, immer auch ein wenig Sorgen machte. Die gute Nachricht: Alle haben durchgehalten, allen Musikern geht es gut, sind bis heute zusammen aktiv. 1995 veröffentlichten sie ihr zweites Album. Darauf: „Tiny Tears“, eine der wundervollsten Balladen aller Zeiten. Die „Tiny Tears that make up an ocean“ – die kleinen Tränen, die am Ende doch einen Ozean füllen – kennen wir alle. Und genau so funktioniert der Song. Ein musikalisches Statement der Hoffnung und für eine bessere Zukunft.

8.  Depeche Mode – When The Body Speaks 

(Live In Paris 2001)

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Bands halten in der Regel nur dann durch, wenn sie sich in ihrer Karriere immer wieder neu erfinden. Eines der besten Beispiele dafür, dass das funktionieren kann, sind Depeche Mode. Ende der 1990er-Jahre sah es düster aus mit der Gruppe, aus unterschiedlichen Gründen. Dann der Neustart: „Exciter“ ist aus heutiger Sicht sicher nicht das beste Album der Band um Martin Gore, Dave Gahan und Andrew Fletcher, „When The Body Speaks“ aber eine der schönsten Balladen, die Gore je geschrieben hat. Besonders eindrücklich zeigt sich die Kraft des Songs in dieser Live-Version – aufgenommen 2001 in Paris. Die leergeräumte Melancholie der Studio-Aufnahme erreicht auf der großen Bühne eine ganz neue Qualität, nicht zuletzt dank der beherzten Interpretation von Sänger Gahan. Und wenn das Publikum mitsummt, möchte man sich einfach nur in den stillen Akkorden von Gores Gitarre verlieren.

9. Leonard Cohen – Happens To The Heart 

(2019)

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Wir hatten es hier bereits von Leonard Cohen und seinem Gefühl für Songs. 2016 starb der der Musiker. Im vergangenen Jahr jedoch erschien noch ein Album von ihm. Wie das geht? Sein Sohn sichtete die Archive und brachte das zu Ende, was sein Vater nicht mehr zu Ende bringen konnte. „Thanks For The Dance“ ist nicht nur sinnstiftende Klammer seines Werkes. „Happens To The Heart“ ist ein intimer Blick in das Leben eines Stars, der weiß, dass sich Dinge verändern werden und/oder zuende gehen. Eine der tiefsten Balladen, die jemals ein Mensch geschrieben hat. Berührend und nachhallend. Man muss auch nicht auf den Text hören, man kann sich in den wenigen Minuten nur auf die Musik und ihren Flow konzentrieren. Allein das macht Lust, sich intensiver mit diesem Stück Musik zu beschäftigen, einem Epos für die Ewigkeit.

10. Dominique A – Sols d’automne

(2020)

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Dominique Ané ist einer der wichtigsten und schwergewichtigsten Chansoniers der französischen Popkultur. Bei ihm gilt Tradition einerseits und zukunftsgewandte Klangforschung andererseits. Gerade hat er sein neues Album veröffentlicht: „Vie étrange“. Im Laufe der Jahre – Herr Ané begann in den frühen 1990ern – wurde sein Songwriting immer intimer, stiller und: elektronischer. Das muss niemanden abschrecken, denn „Sols d'automne“ ist einer der wunderbarsten Songs des vergangenen Jahres – egal ob man nun Französisch kann oder nicht.

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Unser milder Whiskey wird seit über 140 Jahren hergestellt. Eben seit unser Geschäftsgründer, M.W. Heron, 1874 den „Grand Ole´Drink of the South“ kreierte. Schon damals pflegte er gern „keiner so echt wie meiner” zu sagen. Genau das trifft auch heute noch zu, wenn sich Whiskey-Liebhaber weltweit für den unverwechselbar mild-würzigen Geschmack entscheiden. 

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